#261 - Susan Sontag: Against Interpretation

Shownotes

"Ist dieser Film faschistisch? Feministisch? Und was sagt er uns über den Kapitalismus?"

Kann es sein, dass wir in unseren Kritiken die Filme eigentlich nur noch mit Buzzwords zuschütten und dabei die Filme selbst aus dem Blick verlieren? Davor hat 1966 Susan Sontag in ihrem berühmten Essay "Against Interpretation" schon gewarnt. Sie schreibt: Schon seit Platon vermuten wir eine Welt hinter der Welt und sind nicht an der Kunst selbst, sondern nur noch an ihrer Bedeutung interessiert.

In dieser Folge lesen Lucas und Christian nochmal diesen Text und fragen sich, wo er heute aktueller denn je ist und an welchen Stellen man ihm hingegen vehement widersprechen will.

Kommentare (1)

Joey

Lieber Christian, lieber Lukas, vielen Dank für dieses anregende und mich auch bereichernde Gespräch! Ich schätze euren Podcast und höre ihn regelmäßig. Eine Anregung und eine Beobachtung zur Sontag-Folge: Bei „One Battle after another“ passiert euch aus meiner Sicht das, was Sontag u.a. anmahnt: Die Interpretation droht, das Kunstwerk zu verflachen. Wie und inwiefern der Film politisch ist, scheint mir die falsche Frage. Der Film lässt einen erleben, wie sich die Gegenwart für viele Menschen in der westlichen Hemisphäre anfühlt. Er findet einen filmischen Ausdruck für den um sich greifenden Wahnsinn. Dass er sich dabei politisch nicht allzulaut und offensichtlich positioniert, ist eine Qualität. Wie ihm das gelingt, kann man wunderbar beschreiben und deuten. Und dann die Beobachtung: Kann es sein, dass Lukas viel Ijoma Mangold gehört hat, seine Intonation in dieser Folge erinnert mich stark an ihn, besonders dann, wenn er argumentativ Fahrt aufnimmt. (Ist überhaupt nicht als Vorwurf oder belächelnd gemeint, interessiert mich einfach.) Keep up the good work🙏

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